Der Outsider

8. November 2018

Im Stadtpark von Flint City wird die geschändete Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Augenzeugenberichte und Tatortspuren deuten unmissverständlich auf einen unbescholtenen Bürger: Terry Maitland, ein allseits beliebter Englischlehrer, zudem Coach der Jugendbaseballmannschaft, verheiratet, zwei kleine Töchter. Detective Ralph Anderson, dessen Sohn von Maitland trainiert wurde, ordnet eine sofortige Festnahme an, die in aller Öffentlichkeit stattfindet. Der Verdächtige kann zwar ein Alibi vorweisen, aber Anderson und der Staatsanwalt verfügen nach der Obduktion über eindeutige DNA-Beweise für das Verbrechen – ein wasserdichter Fall also? Bei den andauernden Ermittlungen kommen weitere schreckliche Einzelheiten zutage, aber auch immer mehr Ungereimtheiten. Hat der nette Maitland wirklich zwei Gesichter und ist zu solch unmenschlichen Schandtaten fähig? Wie erklärt es sich, dass er an zwei Orten zugleich war? Mit der wahren, schrecklichen Antwort rechnet schließlich niemand.

„Der Outsider“ ist das neuste Werk von Bestseller Autor Stephen King. Grob zusammengefasst geht es darum, dass Terry Maitland für den Mord und anschließender Vergewaltigung an einem Kind festgenommen wurde, obwohl er sich erwiesenermaßen nicht in Flint City aufgehalten hat.
Um ehrlich zu sein, hat sich die Geschichte bis gegen Ende des Romans sehr gezogen. Im Grunde genommen merkte ich beim Lesen schon, wie es ausgehen wird und es war kein bisschen unheimlich. Die Geschichte wurde zwar immer aus der dritten Person heraus erzählt, aber jedes Kapitel aus der Sicht eines anderen Charakters. Hervorheben möchte ich, dass die Protagonisten zwar nicht sonderlich detailreich vom Äußeren her beschrieben wurden, jedoch ist jede Figur auf seine eigene Art und Weise besonders und schöne Bilder entstanden im Kopf.

Doch das ist meiner Meinung nach auch schon das Einzige, was ich besonders gut empfunden habe. Der Schreibstil von King ist wie gewohnt gut, er regt einfach die Fantasie an, aber oft stellte ich mir beim Lesen die Frage, wann er denn endlich mit dem Schreiben aufhört. Er hat Ideen, die er versucht, in große Romane umzusetzen, doch die Umsetzung klappte meines Erachtens nach nicht so gut – King kann es weitaus besser. Er braucht eben lange, bis die Spannung den absoluten Hochpunkt erreicht, nur leider konnte ich nicht lange an dieser festhalten.
Ich hätte gerne mehr über diesen Outsider erfahren, das brachte Holly gut ein, aber es war irgendwie nur oberflächlich und konnte mir letzten Endes kein richtiges Bild von diesem Outsider machen. Auch der Tod des Outsiders war nicht richtig spektakulär. Klar stellt man sich da die Frage: schaffen es Ralph und Holly aus der Höhle? Werden sie gar sterben? Doch insgeheim wusste man schon beim Ende der Frage, dass man diese durchwegs positiv beantworten kann. Auch wenn die Charaktere jemanden verloren haben, so hat die Geschichte doch ein Happy End. Aber wenigstens einen kleinen Cliffhanger wäre wünschenswert gewesen, um der Fantasie nochmals einen kleinen Ansporn zu geben.

Alles in allem ist es mit Sicherheit kein schlechtes Buch, es ist durchaus lesenswert. Der Anfang ging ziemlich langwierig umher und erreicht erst spät eine richtige Spannung, aber ein zweites Mal würde ich dieses Buch nicht mehr lesen.

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